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Dem Berliner Zimmer ist derzeit eine Sonderausstellung im Panke-Museum gewidmet, die einen Blick ausgehend vom 19. Jahrhundert bis hinein in die Gegenwart wirft. Jener große, dunkle Raum zwischen Quergebäude und Seitenflügel, der nur durch ein Fenster zum Hof belichtet wird, ist geradezu typisch für die Berliner Mietshäuser der Gründerzeit. Denn als regionale "Erfindung" löste dieser oft als Durchgangszimmer angelegte Raum das architektonische Problem, zum einen das Grundstück dicht zu bebauen und zum anderen die Wohnungsgrößen ohne viel Aufwand variabel planen zu können. Wie ein Scharnier konnte das Berliner Zimmer nun die Gebäudeteile miteinander verbinden, mitunter erstreckten sich die großen Wohnungen bis zum nächsten Treppenhaus, das die Dienstboten in diesem Fall zu nutzen hatten. Neben der Frage, wie es zur Herausbildung dieser Berliner Besonderheit kam, spüren die Ausstellungsautoren Birgit Kirchhöfer und der Bauhistoriker Klaus Kürvers auch den unterschiedlichen und sich wandelnden Nutzungen des Berliner Zimmers nach. So war in dem großen Raum in den armen Stadtvierteln oft neben Wohnen und Schlafen zusätzlich eine Heimproduktion, wie zum Beispiel eine Pillendreherei oder Näherei, untergebracht. In den bürgerlichen Gegenden traf man dort stattdessen auf einen Wohn- oder Essraum. In jüngster Gegenwart wiederum mutierte der große Raum im Zuge der Altbausanierung gern zur gemütlichen Wohnküche. Ergänzt wird die äußerst vielseitige Ausstellung durch aktuelle Erfahrungsberichte von Berlinern, die erzählen, wie sie ihr Berliner Zimmer eingerichtet haben und wie sie darin leben - ein reizvoller lebendiger Kontrast zu den zwei museumseigenen Räumen, die zwar nicht das Berliner Zimmer vor Ort nachbilden, aber dafür den Lebensstil der Gründerzeit originalgetreu wieder aufleben lassen. Eine kenntnisreiche und dabei äußerst kurzweilige Ausstellung, die im Gästebuch von den Besuchern zu Recht einhellig gelobt wird.
sus
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