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Haushaltsgeräte verbrauchen immer weniger Energie. Wer beim Neukauf auf die Energieeffizienz achtet, kann im Laufe der Nutzungsdauer so manchen Euro sparen. In diesem Jahr wird eine weitere Energieeffizienzklasse des EU-Labels bei Weißgeräten eingeführt. Die aber stößt auf Kritik: Sie sei "irreführend", meinen Verbraucherverbände.
Die Neuerung sollte eigentlich so manche Irritation beseitigen: Die Aufkleber auf großen Haushaltsgeräten, die nach Energieeffizienzklassen A bis D unterscheiden, werden durch die Klassen A+ und A++ ergänzt, um dem technischen Fortschritt der letzten Jahre gerecht zu werden. Denn viele Weißwaren wie beispielsweise Kühlschränke und Gefriergeräte werden nur noch in die Klassen B und A eingegliedert - also effizient und hoch effizient -, weil sich weniger effiziente Neugeräte auf dem Markt kaum noch absetzen lassen. Die Irritation entsteht, wenn ein Kunde zu den preiswerteren B-Produkten greift. Er meint, damit ein ziemlich gutes Gerät zu kaufen, da ja nur noch die A-Klasse besser ist. Ihm ist selten bewusst, dass er schon mit der B-Klasse das schlechteste am Markt verfügbare Gerät nimmt - noch größere Energiefresser gibt es nicht, selbst wenn das B im Vergleich zu früheren Generationen schon Top ist. Um dem Verbraucher dieses klar zu machen, sollen die Klassen A+ und A++ dienen (hierzu auch ein Bericht in MieterMagazin 10/03, Seite 6 "Label für Backöfen"). Doch ausgerechnet diese an sich hehren Absichten stoßen beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (Vzbv) auf massive Kritik. Zwar begrüße man unisono mit dem Deutschen Mieterbund die Anpassung der Energieverbrauchskennzeichnung an die neuen und verbesserten Verbrauchswerte der Kühl- und Gefriergeräte. Hierdurch werde den Verbrauchern die Möglichkeit gegeben, den Stromverbrauch auch mit Blick auf steigende Preise zu reduzieren. Allerdings "erfüllt ein A-Standard, der von der Mehrzahl der Geräte erreicht wird, nicht mehr seine Aufgabe, den Verbraucher zu informieren", so der Vzbv. Vielmehr "verkommt er zum reinen Marketinginstrument". Denn mit der A-Kennzeichnung verbinde der Verbraucher die Note "sehr gut". Er habe die Erwartung, damit ein Spitzengerät zu erwerben. "Tatsächlich kaufen Verbraucher mit einem A-Kühlschrank künftig aber nur noch ein Gerät mit drittklassiger Energieeffizienz." Die bessere Variante wäre gewesen, die Anforderungen zur Vergabe der A-Klasse zu verschärfen und somit den Abstand zu den nachfolgenden Klassen zu erhöhen. Mit dieser Forderung konnten sich die Verbraucherzentralen indes nicht durchsetzen. Die vom Bundesrat verabschiedete Änderung der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung tritt nun zum 1. Juli in Kraft. Dann müssen Kunden, die ein Spitzengerät in Sachen Energieeffizienz suchen, noch etwas genauer hinschauen und vergleichen - damit sie sich nicht einen Energiefresser in die Wohnung holen.
alo
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