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 MieterMagazin

 Januar/Februar 2006 - Panorama

Energie aus Holz

Umweltfreundlich: Erste Pelletheizung in Berliner Genossenschaftshaus

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MieterMagazin 1+2/06
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Das hätte noch vor zehn Jahren niemand gedacht, dass Wärme in Wohnanlagen wieder durch Holz erzeugt wird. Moderne, Umwelt schonende Technik macht es möglich. Die erste Pelletheizung in Berlin wurde im November 2005 in Reinickendorf von der Baugenossenschaft "Reinickes Hof" in Betrieb genommen.

Pellets sind rund zehn Millimeter lange, bleistiftartige Presslinge aus Altholz, Spänen und Holzresten. Die Anlage in Reinickendorf versorgt 98 Wohnungen an der Hermann-Piper-Straße mit Wärme und Warmwasser, in diesem Jahr folgen weitere 375 Wohnungen. Der Platz für die neue Heizanlage war vorhanden: Im alten, kaum noch genutzten Waschhaus sind jetzt der Pelletbrenner ebenso wie der Gasbrenner (für Spitzenlasten bei frostigen Temperaturen) untergebracht. Das Pelletlager befindet sich in einem Raum an der Rückseite und wird etwa alle zwei Wochen aufgefüllt.

Zwar steigt die Kaltmiete durch diese Modernisierung um 15 Cent, aber mit den prognostizierten Heiz- und Warmwasserkosten von 60 bis 70 Cent pro Quadratmeter würde die Einsparung an Energiekosten größer sein als die Mieterhöhung. Wichtig ist, dass die Bewohner ihr Heizverhalten an die neue Anlage anpassen.

Der andere Nutzen kommt der Umwelt zugute: Pellets verursachen bis zu 80 Prozent weniger CO2-Emissionen als andere Brennstoffe. Die Entscheidung gegen teures Öl oder Gas fiel nach Wolfgang Lössl, Kaufmännischer Vorstand von Reinickes Hof, auch deshalb, weil "eine Ressourcen schonende Möglichkeit" geschaffen werden sollte.

Nachteilig wirkt sich momentan noch die im Vergleich etwas höhere Feinstaubemission aus. Da in Berlin die Feinstaubwerte sehr hoch liegen, beabsichtigt die Senatsverwaltung in der Innenstadt nur noch Pelletheizungen mit Filteranlagen zu genehmigen.

Clara Luckmann

Pelletheizung in einem Berliner Geschossbau
Zur Vergrößerung des Bildes Weniger Kosten, weniger Schadstoffe: Die erste Pelletheizung in einem Berliner Geschossbau rechnet sich doppelt
Foto: Kerstin Zillmer
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